TEN – alte Heilkunde auf heutige Weise

Ebikon, 7. September 2023 — Eine lange Berufsbezeichnung: NaturheilpraktikerIn der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde TEN. Was das ist? TEN-Dozentin und Co-Ressortleiterin Sarah Föhn sagt: Alte Medizin, aktualisiert. Was das heisst, im Interview.

Bild der Überreste von Behandlungszimmern, Tempel von Asklepios; von Pixabay

Obwohl es sich um eine mythologische Figur handelt, lässt sich auf Kos besichtigen, was es noch gibt von den Behandlungszimmern, von Altar und Tempel, die in seinem Namen errichtet worden waren: Asklepios. Er soll sogar einen Toten wieder ins Leben gebracht haben; das erzürnte Hades, und so tötete Zeus den armen Asklepios per Blitz. Von Asklepios stammt das Medizin-Symbol der Schlange, die sich um seinen Wanderstock ringelt, den Asklepios-Stab. Auf lateinisch hiess er Aeskulap. Die heutige Naturheilkunde geht auch etwas auf ihn zurück. Ein Aussage von ihm soll gewesen sein: «Das Wort zuerst. Dann die Heilpflanze. Zuallerletzt das Messer». Dann kam Hippokrates, und die Medizin begann sich zu entwickeln – nicht aus der griechischen Götterwelt, sondern ganz konkret in der Wirklichkeit. Foto: Pixabay

Sarah, was steckt hinter der Bezeichnung «NaturheilpraktikerIn der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde TEN»?

Na, formell gesprochen ist das die Bezeichnung für eine NaturheilpraktikerIn, die PatientInnen mit alternativen Methoden der Gesundheitsversorgung hilft.

Was sind das für Methoden?

Zum Teil sind das sehr traditionelle Praktiken, zum Teil sehr moderne wie Darm-Check oder Haar-Mineral-Analyse, auch Orthomolekular-Medizin. Die Fussreflexzonen-Massage, auch Baunscheidtieren, sind eher jung, die Aromatherapie auch. Und zu den traditionellen gehören Massagen, Blutegel, Wickel. Und Ernährungstherapie, Kräuterheilkunde und mehr. Diese Methoden stellen das Gleichgewicht wieder her, fördern die Selbstheilungskräfte.

So viele Methoden – das hört sich nach einem wilden Wirrwarr an. Oder freundlicher gesagt: nach einem frohen Chaos.

Oder nach einer bunten Sommerwiese! Zumal du als NaturheilpraktikerIn TEN ja keinen Wirrwarr und kein Chaos hast, sondern tatsächlich so etwas wie einen gemeinsamen Boden, nämlich die Humoralmedizin.

Die Vier-Säfte-Lehre.

Ja, genau. Die steht im Zentrum unseres Denkens, Diagnostizierens und Therapierens. Was für ein Typ ist eine PatientIn? Wie viele Melanchole ist da, wie viel Sanguis, Cholera, Phlegma? Und was bedeutet das für die Therapie?

Und die Schulmedizin?

Du lernst 700 Stunden Schulmedizin während deiner Ausbildung, plus all diese TEN-Methoden. Das heisst: Du hast eine Fülle an kombiniertem Wissen von Schul- und Alternativmedizin. Du bist befähigt, individuelle, naturheilkundliche Konzepte für jede einzelne PatientIn zu erstellen. Mithilfe der Schulmedizin sorgst du auch für die Sicherheit deiner PatientInnen.

Das ist ja mal so richtig ganzheitlich: Schul- und Alternativmedizin.

Ja, mit der Humoralmedizin sehen wir Menschen als ganze Systeme und verstehen, welche Prozesse wieder ins Gleichgewicht gebracht werden sollten – und mit der WestMed erkennen wir anderes, verstehen zum Beispiel die Arzt- und Laborberichte, können kompetent nachfragen. Und wir erkennen, wenn wir jemanden besser an eine ÄrztIn überweisen, zum Beispiel an eine RheumatologIn. Oder direkt den Notarzt rufen. Dazu musst du aber die Anatomie und Physiologie wirklich fundiert verstehen.

Das heisst, du siehst da keinen Konflikt zwischen Schul- und Alternativmedizin?

Nein, überhaupt nicht, das ist eine prima Ergänzung! Zum Beispiel brauchst du bei einem Unfall oder einem Herzinfarkt die Schulmedizin. Und zur Rekonvaleszenz und, vor allem nach einem Herzinfarkt zur Anpassung der Lebensführung, da hilft halt auch die Alternativmedizin sehr gut.

Und es soll ja auch Krankheiten geben, bei denen die Schulmedizin nicht weiter weiss.

Ja, zum Beispiel Hautkrankheiten wie Schuppenflechte. Da hat die Humoralmedizin – übrigens auch die Chinesische Medizin und der Ayurveda – ein umfassendes Wissen über Kräuter und Nahrungsmittel. Besonders die Humoralmedizin weiss dann auch noch viel über Nahrungsergänzungsmittel und alternative Heilmethoden. So diagnostizierst du den Gesundheitszustand deiner PatientInnen und entwickelst individuelle Behandlungsstrategien, zugeschnitten auf ihre Bedürfnisse und ihre spezifischen gesundheitlichen Beschwerden. Und all das tust du mithilfe west- und humoralmedizinischer Verfahren.

Ganz schön umfassend.

Ja, und im Idealfall hilfst du deinen PatientInnen, ihre gesamte Lebensführung anzupassen – wie es damals Hippokrates tat. Jetzt einfach auf heutige Weise. Und in Kombination mit der Schulmedizin.

Wie wird man TEN-NaturheilpraktikerIn? Und dann sogar mit eidgenössischem Diplom?

Kurz gesagt: Du absolvierst die Ausbildung, machst die einen Prüfungen bei uns, andere bei der Berufsorganisation OdA AM. Bestehst du alles, bist du krankenkassenanerkannt, also für Zusatzversicherungen, und arbeitest in deiner Praxis, und zwar unter Mentorat. Das ist eine Art Supervision, sehr hilfreich. Und nach zwei Jahren Mentorat gehst du an die Prüfung zum eidg. Diplom. Da erhältst du dann auch die Bundesbeiträge an deine Ausbildung, also 10'500 Franken.

Danke, Sarah.

Gern, Martin.

Bild von Sarah Föhn, TEN-Dozentin Heilpraktikerschule Luzern

Sarah Föhn ist Drogistin EFZ, dipl. Heilpraktikerin der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde TEN, Dozentin und Co-Ressortleiterin TEN der Heilpraktikerschule Luzern; eigene Praxis:
www.sanguimed.ch

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